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Fingerrechnen für Kinder mit Trisomie 21 (und anderen Kindern mit Rechenschwächen)

 

Die Vorteile des Fingerrechnens liegen in der geringen Beanspruchung des auditiven Kurzzeitgedächtnisses, der einfachen Verknüpfung und „Begrifflichkeit“ (im Sinne von Be-Greifen) der Mengen, Zahlen und Operationen, der simultanen Aktivierung und dadurch auch Speicherung des Gelernten über mehrere Sinneskanäle und natürlich sein Alltagstauglichkeit.

 

Es liegen Befunde vor, die der Annahme widersprechen, dass das Fingerrechnen Kinder davon abhalte zum Kopfrechnen überzugehen. Vielmehr sieht es so aus, dass Kinder mit Rechenschwächen aufgrund der geringen Kapazität des Kurzzeit- und Arbeitsgedächtnisses gezwungen sind ihre Finger länger zu benutzen, um den Zahlenraum mental repräsentiert zu haben, über den das Kopfrechnen erst möglich wird.

 

Das Programm umfasst Vorläuferfertigkeiten, die simultan zum Fingerzählen und –rechnen aufgebaut bzw. geübt werden. Dazu zählen:

 

  • Körperschema
  • Raumlageorientierung
  • Wahrnehmung
  • Visuelle Wahrnehmung
  • Serialität
  • Invarianz

 

Mit Hilfe der Zuordnung der Ziffern und Mengen zu einem Finger (immer von links nach rechts; s. Abbildung) lernen die Kinder langsam die Ziffern, Mengen und die „Fingerbilder“ in einen Zusammenhang zu bringen (1 = nur der kleine Finger der linken Hand, 2 = nur der kleine und der Ringfinger der linken Hand etc.).

 

Über verschiedene Spiele (Alltagsgegenstände, Hüpfe-Kästchen, Brettspiele etc.) werden in einem ersten Schritt die Ordinalität und Kardinalität der Zahlen geübt und langsam unter Anleitung der Eltern auf den Alltag ausgeweitet und vermehrt unterschiedliche Materialien genutzt (Würfelbild, Ziffer schreiben, Anzahl an Objekten und Finger werden verbunden).

 

Im nächsten Schritt werden Addition und Subtraktion langsam eingeführt. Die Kinder lernen vorerst mechanisch und im Verlauf immer mehr auch inhaltlich rechnen.

 

Mit dieser Methode und der Kombination mit anderen Konzepten (z.B. Materialien und Prinzipien der Montessori-Therapie und Mnemotechniken) lernen viele Kinder mit Down-Syndrom bis im hunderter Bereich zu addieren und subtrahieren. Einige lernen sogar die Multiplikation und Division anzuwenden…