Therapiezentrum-Rodenacker: SPRACHTHERAPIE – LOGOPÄDIE

Unsere Schwerpunkte

Frühes Lesen bei Kindern mit Trisomie 21

 

Das Konzept als Ganzes möchte Kinder mit Trisomie 21 in ihrer Kommunikation unterstützen. Die Präsentation der Schriftsprache hat dabei einen Einfluss auf allen Ebenen der Sprachentwicklung (Artikulation, Wortschatz und Grammatik).

 

Im Gegensatz zu einer gesprochenen Präsentation von Wörtern profitieren Kindern mit Trisomie 21 besonders von einer visuellen Darstellung des Wortes da, ihre Schwäche im auditiven Gedächtnis liegt. D.h., dass gesprochene Wörter ihnen schnell „verloren gehen“. Beim Frühen Lesen wird mit der Ganzwort-Methode begonnen (zu Beginn werden nur ganze Wörter präsentiert). Auch hiervon profitieren sie besonders, da Menschen mit Trisomie 21 Objekte eher ganzheitlich wahrnehmen (Zimpel). Da wir neben der visuellen Präsentation auch Ganzwortgebärden (später Einzellautgebärden) zur Unterstützung nutzen werden hier Laute/Wörter über mehrere Sinneskanäle simultan gespeichert, was die Merkfähigkeit erhöht.

 

Wir denken, dass unsere Kinder bestimmte Voraussetzungen erfüllen sollten, damit sie mit dem frühen Lesen beginnen zu können. Diese sind jedoch sehr grundlegend und sicherlich auch für ein angemessenes Verhalten im Alltag sehr nützlich. Dazu zählt: ein einfaches Sprachverständnis (Aufforderungen verstehen), die Fähigkeit Blickkontakt zu halten, eine gewisse Vorerfahrung mit gebärdenunterstützender Kommunikation (Makaton/GuK) und eine kurzfristige Konzentrationsspanne von ca. 5 Min.

 

Wir orientieren uns an den pädagogisch-didaktischen Prinzipien Maria Montessori :

 

  • Vorbereitung der Umgebung zur Polarisation der Aufmerksamkeit.
  • Wir sorgen für eine entspannte und druckfreie Lernsituation.
  • Wir wenden konsequent die Dreistufenlektion („Das ist…“, „Gib mir…“, „Was ist das?“) an.
  • Die Kinder nehmen direkt am Geschehen teil und strukturieren den Lernvorgang mit (!).

 

Zu Beginn wird der Wortschatz langsam mit persönlich relevanten (und dadurch interessanten Wörtern) durch die einfache Präsentation und Spielen (Lotto etc.) der Wörter auf Wortkarten aufgebaut. Der Wortschatz wird dabei immer in zusammenhängenden Kategorien präsentiert, was dem Aufbau unseres Gedächtnisses entspricht. Langsam werden die Karten in Form von Zweiwortsätzen und später mit Adjektiven, Präpositionen etc. erweitert. Zugleich werden Wörter aus Geschichten, die die Kinder mitbringen aufgegriffen und aufgeschrieben. Dadurch sollen sie lernen, dass alles einen Namen hat und nicht sofort „verloren“ gehen muss. Langsam werden dann erste kurze Sätze auch aufgeschrieben, die die Kinder ebenfalls mitbringen. Für diese Sätze und ersten kleinen Geschichten bekommen sie ein individuelles Lesebuch.

 

Beherrschen sie die Ganzwort-Methode und verfügen über einen „großen“ Wortschatz und grundlegende grammatikalische Fertigkeiten werden die Vokale einzeln eingeführt (als Buchstabe, Gebärde und gesprochener Laut) und dann mit Konsonanten gepaart. Das heißt, im letzten Schritt werden die bekannten Wörter wieder zusammengesetzt.

 

Die Kinder machen alle Fortschritte in ihrer Kommunikation und Sprachentwicklung (Aussprache, Grammatik und Wortschatz) und einige lernen auch synthetisch zu lesen!

 

Vorbereitung für die Inklusion: Frühes Lesen – ein Fallbeispiel   PDF-Download